Elektrostatische Entladung von betanzten Pflanzen

Bericht vom Mittwoch, den 16.09.2020, Gut Rheinau

“Vergangenen Sonntag hatten wir Tag der offenen Tür. An diesem Tag haben wir in einem Blindtest mehrere dutzend Gäste bekocht. Dabei haben wir Randen (dt. rote Beete) zu einer Suppe gekocht und konnten feststellen, dass die Randen, welche regelmäßig Eurythmie ausgesetzt waren, besser schmeckten”,

teilte uns Hans Braunwalder unser Gastgeber bei der Einleitung zu unseren für diesen Tag geplanten Versuchen auf dem Gut Rheinau mit.

Experimente an Pflanzen, die mit Eurythmie betanzt wurden

Am 16. September 2020, kamen wir in den Norden Zürichs, um zu untersuchen ob sich Randen, Tomaten und Bohnen, die neben sorgfältiger Pflege und Bewässerung, wöchentlich mit Eurythmie behandelt werden, anders Verhalten als solche, die diese zusätzliche, spezielle Behandlung nicht erhalten haben.

Eurythmie versteht sich als Kunst, in Sprache und Musik wirksame Gesetzmäßigkeiten und Beziehungen durch menschliche Bewegung sichtbar zu machen. Hierzu werden verschiedene Gestaltungsmittel wie Gesten, Farben und Raumformen eingesetzt.

Die Eurythmie kann seelische und geistige Inhalte durch Körperbewegungen und Gesten (Sinn-, Laut-, Satz-, Ton- und Motivgebärden) darstellen. Dazu werden Texte und Musik mit Hilfe einer breiten Palette an interpretatorischen Möglichkeiten in Bewegungen umgesetzt. Die Möglichkeit des Ausdrucks auch von Sprache und Lauten unterscheidet Eurythmie dabei von vielen anderen rhythmischen Darstellungsformen.

Die Bauern vom Gut Rheinau nutzen die Eurythmie, um einen Teil ihrer Pflanzen in kontrollierten Zeitintervallen durch das Tanzen von Obersonniger, Untersonniger oder ähnlicher Plantenketten zu betanzen. Laut Bauer Hans ergeben sich daraus geschmackliche Unterschiede in den Pflanzen, die betanzt werden. So sagen er und seine Kollegen den betanzten Pflanzen bspw. mehr Zuckergehalt und bessere Konsistenz nach.

Um dieses Phänomen wissenschaftlich aufzuarbeiten führten wir 22 Experimente in 11 Versuchsreihen durch. Dabei sammelten wir Daten in zweierlei Hinsicht: Zum einen richteten wir Kameras auf den Eurethmietänzer Hans um seine Bewegung aufzunehmen und eine Kamera auf eine seiner Pflanze, um Ungewöhnlichkeiten zu identifizieren. Zum Anderen erhebten wir die Spannung von den Blättern der jeweiligen Pflanzen zur Wurzel mit einem speziellen Spanungsmessgerät (der Plant SpikerBox, welche den elektrischen Potentialunterschied zwischen Pflanze und Erde misst). Die nachfolgenden Bilder illustrieren diesen Versuchsaufbau.

Aufzeichnung von Pflanzenreaktionen

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Aufzeichnung des Eurythmietänzers Hans

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Aktionspotenzialmessungen an den Pflanzen

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Insgesamt haben wir 11 Versuchsreihen (mit je zwei Messgeräten) durchgeführt, um unsere Daten zu erheben. Dabei konnten wir regelmäßig betanzte (in den vergangenen Wochen Eurythmie ausgesetzten Pflanzen) und nicht-betanzte Pflanzen aufzeichnen. Der Versuchsablauf gestaltete sich wie folgt:

Die nachfolgende Tabelle weist die durchgeführten Experimente aus.

Tabelle 1 - durchgeführte Experimente

Versuch Uhrzeit Pflanze und Anmerkungen
1_10-38-randen-planeten-eu 10:38 Randen_Planeten EU - Runde 1
2_11-23-bohnen-obersonnig 11:23 Tote Bohnen - Runde 1 - Obersonnig
3_11-35-randen-obersonnig 11:35 Randen - Runde 2 - Obersonnig
4_11-54-tomaten-betanzt 11:54 Betanzte Tomaten Runde 1
5_13-48-randen-untersonnig 13:51 Randen Merkur
6_14-04-salat-unbetanzt 14:04 Antivi Salat, CCUL
7_14-19-randen-kontrollgruppe 14:19 Randen, Kontrollgruppe
8_14-37-tomaten-unbetanzt 14:37 Tomaten Kontrollgruppe
9_15-01-randen-planeten-eu 15:01 Randen Planeten EU - Runde 2
10_15-22-randen-untersonnig 15:22 Randen, Merkur 2
11_15-35-tomaten-betanzt 15:35 Tomaten 2 mit Eurethmie

Nachfolgend findet sich ein Beispiel mit der obersonnigen Betanzungsabfolge für die Randen.

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Bevor wir die Ergebnisse unserer Auswertungen präsentieren, möchten wir vorab unsere bisherigen Forschungsergebnisse und die daraus resultierenden Hypothesen vorstellen. Mit diesen sind wir an diesem Tag an das Gut Rheinau gekommen.

Bisherige Forschungsergebnisse

In früheren Auswertungen konnten wir feststellen, dass Pflanzen auf positive und negative emotionale Stimmen in unterschiedlicher Weise reagieren. Erste Forschungsunterfangen zeigten, dass bestimmte Pflanzen (wir experimentieren mit der Mimosa Pudica und Codariocalyx Motorius) ihre Blätter schneller anheben und beschleunigen, wenn sie verschiedenen Arten von Musik (1) oder stimmlichen Emotionen (2) ausgesetzt sind. Die beiden folgenden Darstellungen illustrieren unsere Versuchsergebnisse.

Codariocalyx und verschiedene Musikarten

Musikarten

Oben aufgeführte Diagramme veranschaulichen die Zeit, die die Codariocalyx benötigt, um auf verschiedene auditive Stimuli wie “Stille”, “Metal”, “Techno”, “klassisch” und “Jodeln” zu reagieren. Wir stellten fest, dass die Pflanze unter Jodeln wesentlich schneller reagierte als bei Stille. Unsere weitere Analyse zeigt, wie sich Pflanzen bei glücklichen oder traurigen menschlichen Stimmen verhalten.

Codariocalyx und verschiedene Emotionen

Die Codariocalyx hebt ihre Blätter höher und länger, wenn sie glücklichen auditiven Emotionen exponiert ist. Anmerkung: Für dieses Experiment verwendeten wir einen professionellen Datensatz von Künstlern, die positive Sätze sowohl auf positive als auch auf negative Weise wiederholten.

Emotionen

Aus diesen Erkenntnissen bildeten wir die Hypothese, dass wir ebenfalls Bewegungen an den Pflanzen auf einem organischen Bauernhof feststellen können, wenn diese menschlichen Reizen ausgesetzt sind. Den Hinweisen vom Gut Rheinau folgend, untersuchten wir am 16. September 2020 das Zusammenspiel von eurythmischer Betanzung und den Reaktionen von verschiedenen Pflanzen.

Erwartete Ergebnisse (dies haben wir zu analysieren doublecheck)

  1. Keine Bewegungen an den Pflanzen auszumachen, die nicht durch Winde zustandegekommen sind.
  2. Korrelation zwischen Bewegungen des Eurythmietänzers und dem Aktionspotenzial in den Pflanzen.
  3. Unterschiede im Aktionspotenzial zwischen wöchentlich eurythmisch behandelten Pflanzen und denen, die nicht regelmäßig betanzt werden.

Interpretation

Der Bauernhofbetreiber Hans Braunwalder ist fest davon überzeugt, dass das Betanzen von Pflanzen einen positiven Einfluss auf den Geschmack (erhöhter Zuckergehalt) der Pflanzen hat. Wir können durch unsere Messungen bestätigen/widerlegen, dass es Unterschiede im Erheben des Aktionspotenzial in den regelmäßig betanzten zu den unbetanzten Pflanzen gibt. Auch konnten wir feststellen, dass manche Pflanzen ihr Aktionspotenzial ändern, wenn diese betanzt werden.

Limitationen

Unseres sorgfältig durchgeführten Experimente haben ihre Limitationen. Diese sind u.a. der Einfluss durch verursachte Vibrationen, Wettereinflüsse sowie potenzielle Beeinflussung durch uns als Forscher auf dem freien Feld:

Nächste Versuche

Ob ein Betanzen der Pflanzen des eigenen Gartens empfehlenswert ist, können wir zu diesem Zeitpunkt nicht abschliessend feststellen. Dafür planen wir weitere Versuche und an das Gut Rheinau zurückzukehren. Auch möchten wir Umweltfaktoren wie Luftqualität, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Langzeitstudien über mehrere Stunden erheben.

Abschliessend möchten wir uns beim Gut Rheinau für die Gastfreundschaft, die Mühen und die Möglichkeit zur Erhebung von Daten herzlich bedanken.